Galerie

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Von Zeit zu Zeit füge ich weitere Bilder hinzu. Und neben den Bildern auf dieser Seite können Sie sich natürlich auch die Bilder meiner vergangenen Ausstellung oder meine älteren Fotografien ansehen. Und meine aktuellesten Fotos finden Sie in der Galerie 2009.

Sleepy Storms

Funky Flowers

Cuerpos y firmamento

 

Zur Unmöglichkeit, Fotografien im Internet geeignet auszustellen

Ausstellungen dauern nicht ewig (höchstens vielleicht gefühltermaßen manche Eröffnungsreden bei Vernissagen), sind mit nicht unerheblichem Aufwand verbunden, und die Werke werden in der Regel nur von einem vergleichsweise kleinen Betrachterkreis angesehen. Die Präsentation von Fotografien im Internet ist hingegen zeit- und ortsunabhängig möglich. Leider ist aber letztere Möglichkeit allenfalls eine zweitbeste Lösung – weshalb, möchte ich im Folgenden kurz darlegen. Dazu skizziere ich grob meine Idee, was eine Fotografie eigentlich ist, was sie soll und welcher Voraussetzungen sie bedarf, um mehr zu sein als eine dröge Abbildung.

Materiale Realität versus realisierbare Wirklichkeit

Das Aufzeigen des Spiels von Licht und Schatten ist – wie jede Abbildung – immer auch eine Manifestation von Potential und Aktualität: Das was ist und scheint, und das was ebenso hätte sein können. Der Schatten, den eine Säule wirft, von schräg einfallendem Licht rückseitig angestrahlt, artikuliert nicht bloß die Abwesenheit von Helligkeit auf der gegenüberliegenden Seite. Er enthält gleichermaßen die gesamte Idee jeder Möglichkeit eines alternativen Momentes – des wolkenverhangenen Regentages, der den Schatten so nicht zur Verfügung stellt ebenso wie der Überzeitlichkeit von Kunstlicht, das eigene, kältere Schatten in die Szene gießen kann: In der gleichen Weise, in welcher jeder Wunsch ein Kernschatten des Seins ist, verweisen Licht und Schatten in der Abbildung gerade auf die Unsichtbarkeit derjenigen Grau-Nuancen, die sie absorbieren. Sie sind ein strukturierendes Element, das die angenommene Wirklichkeit aus dem Raum der arbiträren Kontingenz in den des Begreiflichen überführen hilft. Ein Bild, strukturiert von Licht und Schatten, lässt sich begreifen, lässt sich äußerlich und innerlich anfassen. Eine Szene ohne Licht ist lediglich, aber sie scheint nicht, während umgekehrt eine Szene ohne jeden Schatten bloß scheint – sie leuchtet wohl grell sichtbar, aber ohne Ideen jedweder realitären Beeigenschaftung des Sichtbaren. Der Schatten eines Lichtes enthält das Denkbare, das Licht hingegen das Sinnangebot des Seins in Kongruenz des denkbar Möglichen.

Schönheit und Struktur

Diese Strukturierung der darstellbaren Welt, diese Entscheidung für den konkreten Ausschnitt der Bildlichkeit und gegen alle auf diese Weise irrealisierten Möglichkeiten, erringt gegen jede Widerständigkeit der Welt eine unzeitliche Fasslichkeit des Momentes, dem Augenblick des Betrachters mit Sorgfalt angeboten vom entsprechenden Künstler. Das Strukturmoment eines Bildes, die geometrische Iteration von Wirklichkeitssubstraten, befriedigt den Wunsch des Betrachters, Sinnhaftigkeit und Plan zu erkennen in der tosenden, zeitlichen, unerbittlich stattfindenden Außenwelt, abgebildet im Vexierspiegel eines gegenständlichen Bildes. (Dieser Gedanke findet sich anschaulicher formuliert auch in der Beschreibung zu meiner Ausstellung 'z.B. Berlin'.) Die Struktur, das aufgezeigte Muster, enthält – wie das Spiel von Licht und Schatten – die gesamte Schönheit des Möglichen, verborgen in den hermeneutischen Hohlräumen des Tatsächlichen. Die Struktur eines Bildes verhilft der Schönheit zur Korrelation mit dem Tatsächlichen seitens des Betrachters (und die Schönheit selbst ist auf diese Weise die beste Annäherung an die Rettung der Welt).

Virtualität und materiale Reproduktion

Mit verblüffender Inkonsequenz zeigt Philipp B. Koch hier einen Schnappschuss seiner selbst inmitten eines Textes, der vom genauen Gegenteil spricht.

Unter der oben beschriebenen Prämisse ist natürlich das Internet (bzw. ein Computerbildschirm) eigentlich ein denkbar schlecht geeignetes Medium zur Präsentation von Fotografien: Denn neben der Virtualität der Bilder, die so nur organisierte Pixel sind und denen der gesamte Zauber eines tatsächlichen Abzuges (Geruch, Metamerie, Materialität etc.) fehlt, sind doch zugleich die Unterschiede der Luminanz, des darstellbaren Tonwertspektrums und nicht zuletzt auch der schieren (Anzeige-)Größe zwischen Bildschirm und tatsächlichem Abzug schlichtweg zu groß. Hinzu kommt die Tatsache, dass kaum jemand einen kalibrierten Monitor besitzt und z.B. der eigentlich blaue Himmel auf einer Fotografie auf Monitor A ins Violette tendiert, auf Monitor B hingegen einen satten Grünstich hat usw. Auch sind die Konzessionen hinsichtlich der Qualität zugunsten einer Online-Tauglichkeit (Komprimierung) schmerzhaft. Die meisten meiner Bilder haben beispielsweise ein Format von 70 x 52,5 cm bei einer genuinen Größe von ca. 100 MB. Hier aber muss ich sie eindampfen auf etwa 120 KB und lediglich 24 bit Farbtiefe. Die Fotos verlieren so nicht nur an Schärfe und Detail, sondern die hier gezeigten Versionen vermitteln bestenfalls einen so zutreffenden Eindruck vom Original wie eine Briefmarke mit dem Brandenburger Tor darauf vom tatsächlichen Bauwerk. Dennoch zeige ich meine Bilder notgedrungen natürlich lieber auf diese zweitbeste Art als garnicht. Wer aber einmal den Unterschied kennen gelernt hat zwischen einer Fotografie, die er auf einem Bildschirm oder in einem Katalog gesehen hat und dem tatsächlichen Werk, so wie es in einer Galerie hängt, wird fortan Bildschirmen und Katalogen bestenfalls noch so viel trauen wie einer computerisierten Übersetzung eines Fremdsprachentextes ins Deutsche, verglichen mit der menschlichen Übertragung dieses Textes durch einen qualifizierten Übersetzer.